| Wir leben in Zeiten der allgemeinen Informations-Verunsicherung und das Dumme an diesem Zustand ist, dass selbst ausgezeichnete Experten nicht von Fehlinterpretationen oder Falschmeldungen verschont bleiben. Das kann fatale Folgen haben. Als jüngstes Beispiel für bewusst falsch gestreute und anschließend nicht relativierte Information mag die folgende Geschichte gelten. „Handystrahlung gegen Alzheimer“, diese sensationell anmutende Agenturmeldung ging im Januar 2010 um die Welt. Noch heute, Wochen später, gab es dazu keinen ausführlichen Bericht, zum Beispiel aus der Quelle der Information, dem "Alzheimer Disease Research Center" in Florida, USA. Es wurde lediglich die frohe Botschaft hinausposaunt, das eine Studie aus dem führenden Alzheimer Forschungszentrum unter Leitung des Mediziners, Professor.Gary W. Arendash, aufzeigt, dass Elektromagnetische Felder, die der Handy-Frequenz entsprechen, bei Mäusen eine Verbesserung der Hirnfunktionen gezeigt habe, die für Alzheimer Patienten eine neue Hoffnung aufkeimen lassen. So weit so schlecht. Wir haben uns nun bemüht, den weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Mobilfunkstrahlung, Dr. George Carlo, dazu zu bewegen, einmal bei Dr. Gary Arendash nachzufragen, woraus sich ein beachtlicher wissenschaftlicher Dialog ergab. Die wichtigste Botschaft vorab: Es kam auch zutage, dass offensichtlich nicht die eher nüchtern und zurückhaltend operierenden Forscher diese Meldung gestreut haben, sondern die Aufmachung als Sensationsmeldung von Profis, die auf der Payroll der Mobilfunkindustrie stehen, propagiert wurde. Es war schlichtweg ein PR-Gag. Na bravo, ganze Arbeit. Außerdem musste Dr. Carlo das gute alte „Schuster bleib‘ bei Deinen Leisten“-Prinzip konstatieren, d.h. die Alzheimer-Forscher haben sich außerhalb ihres Spezialgebiets aufgehalten und insofern natürlich Kenntnislücken aus der aktuellen EMF-Forschung zugeben müssen. Das ist insofern fahrlässig, als dass beispielsweise selbst wenn ein positiver Effekt für Alzheimer durch EMF zu erzielen sei, die erhöhten Risiken für z.B. Gehirntumore durch Mobilfunk-Exposition gar nicht in Betracht gezogen wurden. Die eigentlich perverse Seite an dieser Nachrichten-Ente ist jedoch, dass hier rücksichtslos ein möglicher Mehrkonsum für ängstliche Verbraucher angekurbelt wird, der sich nichtsahnend in wesentlich größere Gefahren für seine Gesundheit begibt. Allein deshalb haben wir uns erlaubt einmal nachzufragen… Ihre memon® news-Readaktion |
* Hinweis: Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen sind wir angehalten darauf hinzuweisen, daß die hier vorgestellte Technologie (ähnlich wie z.B. Homöopathie, Bioresonanz und Bereiche der Akupunktur) noch nicht mit der überwiegenden schulwissenschaftlichen Auffassung und Lehrmeinung übereinstimmt.
